Ablauf der Sachkundeprüfung §34a: schriftlich & mündlich
Die IHK-Sachkundeprüfung nach §34a GewO besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Hier erfährst du, wie beide aufgebaut sind, wie lange sie dauern und wie sie bewertet werden.
Wie ist die Prüfung aufgebaut?
Die Sachkundeprüfung wird bundesweit von den Industrie- und Handelskammern (IHK) abgenommen. Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Zum mündlichen Teil wird nur zugelassen, wer den schriftlichen Teil bestanden hat. Erst wenn beide Teile bestanden sind, gilt die Sachkundeprüfung insgesamt als bestanden.
Schriftlicher Teil
- 120 Minuten Bearbeitungszeit
- Beispiel IHK Aachen: 82 Aufgaben im Ankreuzverfahren, 120 erreichbare Punkte
- Bestehensgrenze legt die Kammer fest (IHK Aachen: 60 Punkte)
Mündlicher Teil
- Gruppengespräch, ca. 15 Minuten je Prüfling
- nur nach bestandenem schriftlichen Teil
- bestanden mit mindestens „ausreichend“ (§ 11 Abs. 4 BewachV)
- praxisnahe Fragen und Situationen
Wie läuft der schriftliche Teil der §34a-Prüfung ab?
Der schriftliche Teil dauert 120 Minuten (IHK Karlsruhe, Prüfungsordnung der IHK Frankfurt am Main). Die IHK Aachen nennt 82 Aufgaben im Ankreuzverfahren und 60 von 120 Punkten als Grenze; andere Kammern nennen andere Grenzen. Einige IHKs, etwa die IHK Karlsruhe, führen den schriftlichen Teil elektronisch am Tablet durch.
Beispiel IHK Aachen: 82 Aufgaben in 120 Minuten
Die Prüfung soll sich auf jedes Sachgebiet erstrecken (§ 9 Absatz 2 BewachV). Bei 82 Aufgaben in 120 Minuten bleiben im Schnitt rund anderthalb Minuten pro Aufgabe.
Bestehensgrenze je Kammer
Die BewachV nennt keine Punktzahl, sondern verlangt „ausreichend“ in beiden Teilen. Die IHK Aachen nennt 60 von 120 Punkten, die IHK Köln für die Zulassung zur mündlichen Prüfung mindestens 60 Prozent der Gesamtpunkte, die IHK Dortmund 50 Prozent.
Wie läuft der mündliche Teil der §34a-Prüfung ab?
Die mündliche Prüfung soll nach § 11 Abs. 2 BewachV etwa 15 Minuten je Prüfling dauern und kann in Gruppen von bis zu fünf Personen stattfinden. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen für den mündlichen Teil (z. B. das vorherige Bestehen des schriftlichen Teils) richten sich nach den Satzungen der jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammer. Im Gespräch geht es um die praktische Anwendung des Wissens — etwa um typische Situationen aus dem Sicherheitsdienst und die richtige Reaktion darauf.
Ablauf: Typische Situationen und Fallbeispiele
In Foren und Communities (wie Reddit) berichten einzelne Prüflinge, dass in der mündlichen Prüfung praktische Fallbeispiele geschildert werden. Zum Beispiel: „Sie beobachten einen Ladendiebstahl. Wie reagieren Sie?“ Dabei müssen Sie die Theorie (Notwehr nach StGB, Hausrecht nach BGB, Deeskalation) auf die reale Situation anwenden können.
Gruppengröße: Bis zu fünf Personen
Nach § 11 Abs. 2 BewachV können im mündlichen Teil bis zu fünf Prüflinge gleichzeitig geprüft werden. Die Prüfung ist nach § 11 Abs. 5 BewachV nicht öffentlich, jedoch dürfen bestimmte Personen (wie Vertreter der Aufsichtsbehörden oder IHK-Vertreter) anwesend sein.
Schwerpunkte: Recht und Umgang mit Menschen
Nach § 11 Absatz 2 Satz 2 BewachV ist im mündlichen Prüfungsteil ein Schwerpunkt auf die in § 7 Nummer 1 und 6 BewachV genannten Gebiete zu legen: „Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich Gewerberecht“ (Nr. 1) sowie „Umgang mit Menschen, insbesondere Verhalten in Gefahrensituationen, Deeskalationstechniken in Konfliktsituationen sowie interkulturelle Kompetenz unter besonderer Beachtung von Diversität und gesellschaftlicher Vielfalt“ (Nr. 6).
Bewertung mit „ausreichend“
Nach § 11 Abs. 4 BewachV ist die Prüfung bestanden, wenn die Leistungen sowohl im schriftlichen als auch im mündlichen Teil jeweils mindestens mit „ausreichend“ bewertet wurden.
Was gilt für die Wiederholung bei Nichtbestehen?
Nach § 11 Absatz 6 BewachV darf die Sachkundeprüfung wiederholt werden. Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Versuche. Nach § 11 Absatz 8 BewachV regeln die Industrie- und Handelskammern die Einzelheiten des Prüfungsverfahrens nach Maßgabe des § 32 der Gewerbeordnung (GewO) durch eigene Satzung.
Anrechnung des schriftlichen Teils (Frist je Kammer)
Wurde der schriftliche Teil bestanden, muss nur der mündliche Teil wiederholt werden. Mehrere IHKs (zum Beispiel Berlin, Köln, Frankfurt und Karlsruhe) nennen dafür eine Frist von zwei Jahren ab dem Bestehen des schriftlichen Teils; nicht jede Kammer gibt eine Frist an. Nach der Angabe der IHK Köln müssen bei Fristüberschreitung beide Teile erneut abgelegt werden. Verbindlich ist die Satzung deiner Kammer.
Erneute Prüfungsgebühr
Für jeden Wiederholungsversuch ist eine erneute Anmeldung bei der zuständigen IHK nötig. Die Höhe der Wiederholungsgebühr richtet sich nach der jeweiligen Gebührenordnung der zuständigen IHK und kann daher variieren (mehrere Kammern, zum Beispiel Berlin, Aachen und Köln, nennen für die Wiederholung eines einzelnen Prüfungsteils eine niedrigere Gebühr) — siehe Kosten der Sachkundeprüfung.
Häufige Fragen
Wie läuft die Sachkundeprüfung §34a ab?
Die Sachkundeprüfung nach §34a GewO besteht aus zwei Teilen: einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil dauert nach den Angaben der IHK Karlsruhe und der Prüfungsordnung der IHK Frankfurt am Main 120 Minuten; die IHK Aachen nennt dafür 82 Aufgaben im Ankreuzverfahren. Die mündliche Prüfung soll je Teilnehmer etwa 15 Minuten dauern (§ 11 Absatz 2 BewachV).
Wie viele Fragen hat die schriftliche §34a Prüfung?
Die BewachV nennt weder Fragenzahl noch Punktegrenze; beides regelt die jeweilige IHK. Die IHK Aachen nennt 82 Aufgaben mit 120 erreichbaren Punkten und die Grenze von 60 Punkten, die IHK Köln verlangt für die Zulassung zur mündlichen Prüfung mindestens 60 Prozent der Gesamtpunkte, die IHK Dortmund 50 Prozent. Maßgeblich ist die Satzung der Kammer, bei der du antrittst.
Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?
Die Sachkundeprüfung kann nach § 11 Absatz 6 BewachV wiederholt werden. Dazu ist eine erneute Anmeldung nötig. Mehrere IHKs (zum Beispiel Berlin, Köln, Frankfurt und Karlsruhe) nennen eine Frist von zwei Jahren ab dem Bestehen des schriftlichen Teils, in der nur der mündliche Teil wiederholt werden muss; nicht jede Kammer gibt eine Frist an (Satzung der jeweiligen IHK nach § 11 Abs. 8 BewachV in Verbindung mit § 32 GewO). Die Höhe der Wiederholungsgebühr richtet sich nach der Gebührenordnung der IHK.
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Stand: 10/2026